Geschichte

Mit der Fertigstellung des baseL – Gebäudes 2006 haben wir an unserer Schule beste Voraussetzungen geschaffen, das umzusetzen, was vielerorts gefordert wird:

Die Berufsberatung  muss verstärkt an den Schulen stattfinden.

Im Herbst 2007 hat sich ein gemeinnütziger Verein gegründet, dessen Satzungszweck u.a. darin besteht den Schülerinnen und Schülern der Gesamtschule über den gesetzlichen Auftrag von Schule hinausgehende begleitende und vertiefende Maßnahmen zur Berufsorientierung und Berufsvorbereitung zu ermöglichen mit dem erklärten Ziel,

… dass jede Schülerin und jeder Schüler frühzeitig ein Berufsziel vor Augen hat und dieses auch nach dem Schulabschluss verwirklichen kann.

Folgende Module wurden bisher regelmäßig durchgeführt:

 Kompetenzchecks in den 8er Jahrgängen

Erfahrung von Kompetenzen und Stärken in Bezug auf berufliche Perspektiven

  • Bewerbungstraining und Persönlichkeitstraining

Erstellen von Lebenslauf und Bewerbungsmappe, Schulung von Gestik, Mimik, Körpersprache, Kommunikationstraining im Hinblick auf das Vorstellungsgespräch, „Selbstpräsentation“, Abbau von Hemmungen bei Bewerbungsaktivitäten

  • Berufskundliche Nachmittage und Berufserkundungen

Die Jugendlichen haben die Möglichkeit vor Ort in den Betrieben oder durch Präsentationen der Betriebe in der Schule verschiedene Berufe kennenzulernen. Die berufskundlichen Nachmittage dienen u.a. dazu das Berufswahlspektrum der Jugendlichen zu erweitern, Berufe praktisch zu erleben und sich Berufsalltag vorstellen zu können.

Die berufskundlichen Nachmittage werden in Zusammenarbeit mit der heimischen Wirtschaft organisiert.

 Firmenkontakte

Regelmäßiger Besuch der Firmen, die baseL aktiv unterstützen. Austausch mit den Firmen, die bei den berufskundlichen Nachmittagen und Praktika mit baseL zusammenarbeiten. Vermittlung von Praktika, Rekrutierung neuer Betriebe für die Zusammenarbeit.

  • Coaching

Betreuung von Jugendlichen mit und ohne Eigeninitiative, Ermittlung des Stands der Berufswahlreife in Zusammenarbeit mit den Klassenlehrkräften, Hilfe bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen, Hilfe bei der Kontaktaufnahme zu Firmen, Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche, Kontakte zu Firmen, Agentur für Arbeit, IHK usw. herstellen, ggf. Praktikumsplätze in Zusammenarbeit mit der heimischen Wirtschaft anbieten, Elternarbeit, regelmäßiger Austausch mit den Klassenlehrkräften als Modul der Förderung.

Aus Gründen der sich verändernden Anforderungen an Schule und den örtlich regionalen Arbeitsmarktbedingungen hat sich dieses Konzept im Laufe der Jahre diesen Anforderungen angepasst.

Einige der Module sind meist aus organisatorischen Erfordernissen an die Schule übergeben worden, andere sind hinzugekommen. Insbesondere das vom Land NRW neu installierte KAoA (Kein Abschluss ohne Anschluss) hat dazu geführt, dass viele ursprüngliche Elemente an die Schule zurückgeführt wurden und baseL sich neu aufgestellt hat.

Die Stadt Nettetal grenzt unmittelbar an die Niederlande. Es gibt einen grenzüberschreitenden Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Viele Nettetalerinnen und Nettetaler sind in den Niederlanden beschäftigt. Regelmäßige Informationsveranstaltungen der grenznahen Agenturen für Arbeit tragen dem Rechnung.

Zudem hat sich die Grenzstadt Venlo zur Studentenstadt -mit Studentenwohnheimen in Nettetal- entwickelt.

Die Stadt Nettetal fördert diesen Prozess, insbesondere durch den Bau von neuen Studentenwohnheimen über die gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Nettetal GmbH. Jugendliche, die aus dem Elternhaus während eines Studiums finanziell keine Unterstützung erhalten, darunter jedes Jahr ein verhältnismäßig hoher Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund, nutzen die Chance des wohnortnahen Studiums an den Hochschulen in Venlo.

Die meisten Absolventinnen und Absolventen der Hochschulen bleiben der Region verbunden und behalten ihren Wohnort nach Abschluss des Studiums in der Region bei.

Sie helfen den Fachkräftebedarf in der Region zu decken und damit den Wirtschaftsstandort Niederrhein zu stärken und wirken dem demographischen Wandel entgegen.

Mit den Fontys Hogeschoolen und der HAS Fachhochschule verfügt Venlo über attraktive Studiengänge im Bereich Management, Technik und Logistik und Agrobusiness, dem wirtschaftlichen Schwerpunkt der Region und das unmittelbar an der Stadtgrenze.

Durch die besondere geografische Lage der Hochschulen haben sich eine Vielzahl von Kooperationen -insbesondere zu Unternehmen in Deutschland- ergeben, die bis ins Ruhrgebiet und den Raum Köln-Düsseldorf hineinreichen.

Hier wurde das Konzept von baseL entsprechend angeglichen.

Des Weiteren ist baseL seit 10.12.2009 Kooperationspartner im zdi-Zentrum der Stadt Nettetal für den Kreis Viersen. Neben dem Gästetag wurde im letzten Jahr in Zusammenarbeit mit einem örtlichen Vermessungsbüro ein 16 stündiger Kurs zur modernen Satellitennavigation organisiert.

Frühzeitig für MINT-Berufe interessieren war auch die Intention des Jugend forscht Projektes für die Klassen 6 in Zusammenarbeit mit der Fa. Suthor GmbH und der Unternehmerschaft Niederrhein.

Insgesamt stellt sich das Konzept von baseL nun wie folgt auf:

  • Zusammenarbeit mit den örtlichen Unternehmen im Bereich Jugend forscht

Akquise von außerschulischen Lehrkräften aus Unternehmen, Akquise von außerschulischen Lernorten zur Erweiterung des Unterrichtsstoffes und Praxisbezug in MINT- und Nicht-MINT-Fächern.

Akquise von Geldmitteln aus Unternehmen zur Finanzierung von Jugend forscht Projekten in den Klassen 5-10.

  • Angebot und Förderung von außerschulischen Zusatzqualifizierungen

Aufgrund der Struktur der Gesamtschule können in der Oberstufe Chemie und Physik nicht mehr angeboten werden. baseL ermöglicht Schülerinnen und Schülern deshalb den Erwerb von Zusatzqualifikationen in diesem Bereich. Beispielhaft sei hier genannt:

Von Nov. 2013 bis Mitte 2014 besuchten 2 Schülerinnen der damaligen Klasse 11 der Gesamtschule die Chemieakademie der Fa. Lanxess in Krefeld. Die Maßnahme endet mit einem Zertifikat.

Die Angebote werden von baseL gesichtet und den Lehrkräften zur Verfügung gestellt, die dann die entsprechenden Schülerinnen und Schüler aufgrund ihrer Leistungen und Neigungen melden.

  • Möglichkeiten der Studienfinanzierung

In der Gesamtschule erwerben viele Schülerinnen und Schüler das Abitur, die aus dem Elternhaus für ein Studium keine finanzielle Unterstützung erhalten können, darunter jedes Jahr ein verhältnismäßig hoher Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund. Viele scheuen die hohe Verschuldung durch Studienkredite. Sie wählen wohnortnahe Studienorte wie Mönchengladbach oder Venlo. Dies ist aber nicht in allen Studiengängen möglich. Im Rahmen des von der Schule organisierten Hochschultages plant baseL zukünftig die regelmäßige Information und Beratung durch Arbeiterkind.de. in der Schule in Fragen der Finanzierung.

Arbeiterkind.de ist eine Initiative im deutschsprachigen Raum, die es sich zum Ziel gesetzt hat, den Anteil der Arbeiterkinder bzw. Nicht-Akademikerkinder an den Hochschulen zu erhöhen und diese auf dem Weg zu ihrem erfolgreichen Studienabschluss zu unterstützen und somit Bildungsbenachteiligungen abzubauen. Unter bestimmten Voraussetzungen vergibt Arbeiterkind.de auch Stipendien.

  • Grenzüberschreitender Arbeitsmarkt

baseL bietet in Zusammenarbeit mit den Gilde Opleidingen, Venlo Sprechstunden zur Ausbildung in den Niederlanden an. Insbesondere die Möglichkeit nach jedem Ausbildungsjahr einen Abschluss zu erwerben wird für Schülerinnen und Schüler mit entsprechenden schulischen Leistungen herausgestellt.

Mit den Fontys Hogeschoolen, Venlo besteht eine besondere Kooperation. Die Schülerinnen und Schüler besuchen 4-8 stündige Kurse, welche Teile der Studieninhalte vermitteln. Sie lernen so die die Hochschulen bereits sehr früh kennen.

  • Firmenkontakte

Regelmäßiger Besuch der Firmen, die baseL aktiv unterstützen. Austausch mit den Firmen, die bei außerschulischen Praktika mit baseL zusammenarbeiten. Hineinführung in außerschulische Praktika die gezielt in eine Ausbildung münden, Rekrutierung neuer Betriebe für die Zusammenarbeit.

Schülerinnen und Schüler, die von den schulischen Leistungen für eine Ausbildung nicht geeignet erscheinen, erweisen sich im Praktischen oft als gut. Mit den Firmen werden dann 1-7 tägige Praktika vereinbart in denen beide Parteien die Möglichkeit haben sich kennenzulernen. Nicht selten führen solche Praktikatage zum Abschluss des Ausbildungsvertrages. Diese Praktika werden außerschulisch abgeleistet.

  • Coaching

Betreuung von Jugendlichen mit und ohne Eigeninitiative, Ermittlung des Stands der Berufswahlreife in Zusammenarbeit mit den Klassenlehrkräften, Hilfe bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen, Hilfe bei der Kontaktaufnahme zu Firmen, Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche, Kontakte zu Firmen, Agentur für Arbeit, IHK usw. herstellen, ggf. Praktikumsplätze in Zusammenarbeit mit der heimischen Wirtschaft anbieten, Elternarbeit, regelmäßiger Austausch mit den Klassenlehrkräften als Modul der individuellen Förderung.

Das Coaching findet in wöchentlichem Abstand statt. Insbesondere Jugendliche ohne Unterstützung aus dem Elternhaus nutzen diese Form des Coachings. Besonders sozial schwierige Jugendliche werden in Zusammenarbeit mit den Klassenlehrkräften zu einer Ausbildung motiviert.

  • Absolventinnen und Absolventen mit besonderem Förderbedarf

Die Gesamtschule Nettetal ist seit vielen Jahren inklusive Schule. Die Absolventinnen und Absolventen aus dem inklusiven Bereich werden von den fachkundigen Stellen intensiv betreut. Ziel von baseL ist es diese Jugendlichen in den 1. Arbeitsmarkt zu integrieren. Dies ist nicht einfach und Arbeitgeber nur schwer zu überzeugen. baseL bemüht sich Arbeitsplätze im Rahmen der Partnerschaften mit Unternehmen zu akquirieren. In 2013 ist eine Jugendliche nach dem Abschluss von einem Unternehmen eingestellt worden. Die Zusammenarbeit erfolgt in enger Abstimmung mit den Hilfeeinrichtungen.

  • Zusammenarbeit mit dem Berufskolleg vor Ort

Als Ergänzung zum Coaching findet in jedem Jahr eine Informationsveranstaltung des Rhein-Maas-Berufskollegs vor Ort in der Schule statt. Schwerpunkt dieser Veranstaltung sind nicht die Angebote der Schule, sondern die Anforderungen. Den Schülerinnen und Schülern wird klar dargelegt, welche Leistungsanforderungen ein Besuch des Berufskollegs mit sich bringt und wann es Sinn macht statt Ausbildung weiter aufs Berufskolleg zu gehen. Dies ist ein Zusatzangebot, das neben der allgemeinen Informationsveranstaltung des Berufskollegs stattfindet.

Die engmaschige Betreuung durch Schule und baseL hat in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass nur einzelne Jugendliche nicht zielgerichtet aus der Schule entlassen werden.

In der Regel münden um die 30 Jugendliche in Ausbildung, ca. 60 Jugendliche besuchen die Oberstufe und die restlichen gehen zielgerichtet in die verschiedenen Berufskollegs, weil der Besuch für den angestrebten Beruf sinnvoll oder nützlich ist.